Wann öffnet das „Museum im Alten Rathaus“ und die Heimatstube wieder?

Viele werden sich fragen wann das "Museum im Alten Rathaus" mit der neuen Sonderausstellung „Zuckerfabrik Waghäusel-Geschichte-Entwicklung-Aus“, sowie die Heimatstube wieder zugänglich sein wird. Bedingt durch Maßnahmen wegen der Coronavirus-Pandemie mussten die Museen in Baden-Württemberg bis zum 6. Mai 2020 geschlossen bleiben. Beim Wiederöffnen sind jedoch besondere Abstandsregeln einzuhalten und Hygienemaßnahmen durchzuführen. 

Da die engen Raumverhältnisse in unseren Museen die Einhaltung dieser Vorgaben nur schwer ermöglichen, haben wir bis auf weiteres auf eine Wiedereröffnung verzichtet. 

 

Sonderausstellung: "Zuckerfabrik Waghäusel-Geschichte- Entwicklung-Aus"

Nach 25 Jahren hat der Heimatverein Wiesental ein orts- und regionalgeschichtlich bedeutsames Ereignis gegenwärtig werden lassen. Nach wochenlangen Vorbereitungen bot er in den Räumen des Heimatmuseums im alten Rathaus eine Vernissage zur beginnenden Sonderausstellung am 22. März – am Tag des Wiesentaler Frühlingsfestes -, die unter dem Thema „Geschichte, Entwicklung und Ende der Zuckerfabrik Waghäusel“ steht. Zu den geladenen Gästen gehörten Oberbürgermeister Walter Heiler, Bürgermeister Thomas Deuschle, Altbürgermeister Robert Straub, etliche Stadträte, Vertreter der Heimatvereine Kirrlach mit Roland Liebl und Oberhausen-Rheinhausen mit Heinz Kraus.

Die Vernissage erlaubte einen umfangreichen Rückblick auf ein Stück Stadtgeschichte: Eigentlich unerwartet und überraschend für die Stadt Waghäusel hatte der Aufsichtsrat der Südzucker AG beschlossen, die Fabrik in Waghäusel mit dem Ende der Kampagne 1995 stillzulegen. Nach 158 Jahren Produktion wurden die Maschinen abgestellt und die Tore der Zuckerfabrik für immer geschlossen.

Ines Unser, freischaffende Künstlerin aus Oberhausen und engagierte Unterstützerin des Heimatvereins, hat nunmehr eine Präsentation von 32 außergewöhnlichen und bislang unbekannten großformatigen Bildern aus der Zeit des Rückbaus der Zuckerfabrik ermöglicht. Zu sehen sind außerdem 35 ausgesuchte Fotoexponate seit den Anfangsjahren ab 1837.

Die Gäste begrüßte Heimatvereinsvorsitzender Hans-Peter Hiltwein, wies auf das besondere Thema hin, stellte die Hauptakteurin Ines Unser vor.

Wie kam es zu dieser Ausstellung und zu dieser Schwerpunktsetzung? Die junge Frau berichtete über ein Projekt der Badischen Landesbühne, wozu sie Aufnahmen des Geländes und der teils im Abriss befindlichen Gebäude benötigte. Vor diesem Hintergrund kamen die ungewöhnlichen Fotografien zustande.

In einem Grußwort dankte OB Heiler dem Heimatverein für die Initiative. Für den Bereich der Zuckerfabrik habe die Stadt bislang 21 Millionen Euro ausgegeben, vier weitere stehen noch an, so dass sich eine Gesamtausgabe von rund 25 Millionen Euro ergibt. Doch nicht alles musste und müsse die Stadt allein finanzieren. Die Fördermittel machen etwa 50 Prozent aus, betonte der Rathauschef.

Vor der großen Bilderwand, vor den einzelnen Aufnahmen an den Wänden und in mehreren Ausstellungskasten durften die gut 60 Besucher in die jüngere Vergangenheit eintauchen. Fast jeder erinnerte sich noch an den Betrieb, an den süßlichen Geruch der Rübenverarbeitung, an die Zeit der Stilllegung und des allmählichen Abrisses.

1995 war das endgültige Aus gekommen. Nach längeren und vor allem zähen Verhandlungen kaufte die Stadt Waghäusel 1997 das Areal mit allen Gebäuden - und damit auch die Eremitage, das Schlösschen mit den Kavaliershäusern - zum symbolischen Preis von einer Deutschen Mark. Die beiden damaligen Vertragsunterzeichner waren Bürgermeister Robert Straub und Südzucker-Vorstandsmitglied Dr. Christoph Kirsch (siehe Foto von 1997).

Was waren die Anfänge? Im Großherzogtum Baden wurde 1836 Carl Sebastian Schuzenbach gestattet, sein Verfahren zur Zuckergewinnung in einer Fabrik einzusetzen. Ein Jahr später, 1837, kaufte die „Badische Gesellschaft für Zuckerfabrikation“ die rund 13 Hektar große Schlossanlage vom badischen Staat und errichtete hier das regional bedeutsame Werk, das den Namen Waghäusel so bekannt machte.

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich die Fabrik zu dem größten Industrieunternehmen im Großherzogtum Baden. Zeitweise verdienten dort mehr als 1.000 Arbeiter ihren Lebensunterhalt. Doch in Folge der Wiedervereinigung ab 1989 waren im Osten alle bestehenden Zuckerfabriken zum Verkauf angeboten worden. Die Südzucker AG erwarb 14 Zuckerfabrikstandorte, was schließlich die Produktion in Waghäusel überflüssig machte. Die 14 Zuckerfabriken wurden allesamt geschlossen und abgetragen. Für die Verarbeitung der Rüben entstanden zwei neue Fabriken, die sodann die 14 früheren ersetzten.

Seit 1997 ist die Stadt Waghäusel Eigentümer des knapp 41 Hektar großen Geländes. Dafür musste die Kommune die vorhandenen Altlasten übernehmen, auch die Unterhaltung der Gebäude, mitunter den erforderlichen Abriss, schließlich die aufwändige Sanierung der Eremitage und demnächst den Abbau der beiden Silos.

Seit 2004 arbeitet die Ideengeberin Ines Unser als freischaffende Kostüm- und Bühnenbildnerin. Nach einer Assistenz am Volkstheater Wien folgten Ausstattungsengagements am Stadttheater Trier, am Deutschen Staatstheater Temeswar und zahlreiche Ausstattungen an der Badischen Landesbühne in Bruchsal.

2015 war sie als Locationscout mit der Organisation, Konzeption und Ausstattung von „Utopolis – Das Zukunftsfestival“ im Rahmen der Heimattage Bruchsal beteiligt. Seit April 2017 entwirft die junge Frau gemeinsam mit dem Berliner “Little Black Fish Collective“ Raum- und Kostümkonzepte. Aktuell arbeitet sie an den Ausstattungskonzeptionen der drei Bürgertheaterproduktionen an der Badischen Landesbühne Bruchsal, die im März und Mai 2020 Premiere haben.

 

4. Auflage des Wiesentaler Koch- und Backbuchs erschienen

Wegen der großen Nachfrage hat der Heimatverein Wiesental das erstmals 2007 erschienene Wiesentaler Koch- und Backbuch nochmals aufgelegt. Das Buch entstand hauptsächlich aus mündlich und handschriftlich überlieferten Rezepten unserer Mütter, Großmütter und Urgroßmütter. Außerdem bereichern historische Bilder von Wiesental das Buch. In der 4. Auflage wurden nochmals Korrekturen durchgeführt, die Rezepte dabei jedoch nicht verändert.
Das Koch- und Backbuch ist erhältlich beim Globus Warenhaus, im Museum im „Alten Rathaus“ und über die Vorstandschaftsmitglieder des Heimatvereins.

 

Kalender „Wiesentaler Erinnerungen 2019“ erschienen

 

 

Seit 1986 gibt der Heimatverein Wiesental einen Kalender mit historischen Bildern aus Wiesental heraus. So ist es auch in diesem Jahr gelungen, interessante Bilder für den Kalender zusammenzustellen, die Geschehnisse in der Gemeinde vermittelt.
Der Kalender 2019 zeigt folgende Bilder:
Titelblatt: Marktplatz (Park) um 1968
Januar: Ausgebrannte katholische Pfarrkirche 1945
Februar: Fastnachter im Schnee 1986
März: Zigarrenfabrik Anselm & Kahn, Schanzenstraße
April: Deutscher Meister: Ringer des KSV Wiesental 1984/85
Mai: Spezereihandlung des Heinrich Heger um 1920, Philippsburger Straße
Juni: Fronleichnamsaltar 1942 bei der Gärtnerei Dörr, Oberdorfstraße
Juli: Otto Herbergers Ziege als Ersatzmutter zweier verwaisten Rehkitze
August: Neue Straßenbrücke (1970) über die Rheintalbahn und alter Bahnübergang
September: Anfang der 1950er-Jahre: Maschinenstrickerei Haag, Philippsburger Straße
Oktober: Metzgerei des Eugen Bachert, Mannheimer Straße.
November: Schlachtfest um 1935 bei Elias Kremer, Lußhardtstraße.
Dezember: Schwestern aus Gengenbach (Franziskanerinnen), die1895-2003 in Wiesental wirkten.
Der neue Heimatkalender ist erhältlich bei Hugo Mahl (Wagbachstraße 77), bei Peter Hiltwein (Grabener Weg 31) sowie im Museum.
Mit dem Kauf unterstützen Sie den Unterhalt und den weiteren Ausbau des Museums im „Alten Rathaus“ und der Heimatstube sowie die Sonderausstellungen in beiden Museen.

 

Einrichtung für „Tante-Emma-Laden“ gesucht

Typischer "Tante- Emma-Laden" in Wiesental um 1910
Typischer "Tante- Emma-Laden" in Wiesental um 1910


Vor 50 Jahren gab es in den Gemeinden noch die kleinen Läden, in denen man eine Vielzahl unterschiedlichster Waren kaufen konnte. Durch das Aufkommen der Supermärkte, Warenhäuser und Discounter sind sie aus dem Ort verschwunden. An den Treppeneingängen und Fenstern einiger Häuser kann man noch erahnen, dass früher dort ein „Tante-Emma-Laden“ bestand.

 

Der Heimatverein Wiesental plant einen solchen Colonialwarenladen im Museum im "Alten Rathaus" einzurichten. Hierzu brauchen wir die Unterstützung der Bevölkerung. Es werden alte Möbel und Einrichtungsgegenstände solcher Läden sowie alte Warenverpackungen (voll oder leer) gesucht. Falls Sie für dieses Projekt des Heimatvereins Gegenstände zur Verfügung stellen können, setzen Sie sich bitte mit Bernd Machauer (07254/71465) in Verbindung.

Zeitzeugenbefragung über die Zeit des 2. Weltkriegs

Zeitzeugenbefragung über die Zeit des 2. Weltkriegs

Die Befragung der Zeitzeugen über ihre Erinnerungen aus der Zeit kurz vor, während und nach dem 2. Weltkrieg ist momentan im Gang. Bei den Besuchen werden die Erlebnisse der teilweise schon betagten Personen aufgezeichnet und dokumentiert. Die bisherigen Gepräche zeigten, dass der betroffene Personenkreis ein großes Interesse an der Weitergabe seiner Erinnerungen aus dieser Zeit hat. Teilweise wurden dem Heimatverein Wiesental von den Betroffenen selbst angefertigte Niederschriften übergeben.

Falls noch Personen ihre Erlebnisse aus dieser Zeit mitteilen möchten, können sie sich bei Anne Haas (0754/4848) melden.

Fotos aus der Kriegszeit 1939-1945 gesucht

Der Heimatverein sucht Fotos aus Wiesental aus der Zeit um den zweiten Weltkriegs (ca. 1938 – 1948),  besonders auch solche, die vor der Bombardierung aufgenommen wurden. Alle Materialien werden selbstverständlich nach der Duplizierung  zurück gegeben.

 

Sollten sie entsprechendes Material zur Verfügung stellen können, informieren sie bitte Anne Haas (07254/4848), Luzia Grassel-Riffel (07254/74987) oder die anderen Vorstandsmitglieder des Heimatvereins.