Museum Herxheim - ein Blick in die Jungsteinzeit

Mitglieder des Heimatvereins an Vitrinen mit menschlichen Gebeinen aus der Jungsteinzeit
Mitglieder des Heimatvereins an Vitrinen mit menschlichen Gebeinen aus der Jungsteinzeit


Im Rahmen seiner Reihe "Lernt Eure Heimat kennen" besuchte der Heimatverein Wiesental das Museum Herxheim.
1995 stießen Archäologen bei Grabungen während der Erschließung eines Gewerbegebietes in Herxheim auf sensationelle Funde aus der Jungsteinzeit. Knochen von hunderten toter Menschen, zum Teil zerschlagen, halbierte Schädel und zerbrochene Prunkgefäße lagen in langen Gruben. Schnittspuren an den Knochen zeugen von einer systematischen Zerlegung der Toten. Diese international beachteten Funde werfen noch viele Fragen auf und es gibt verschiedenste Theorien über diese Ereignisse vor 7000 Jahren.
In einem weiteren Ausstellungsbereich wird das Herxheimer Dorfleben dargestellt und hier besonders das Weben, der Tabak und die Zigarren sowie die Herxheimer Häuser. Ferner grenzt an das Museum ein kleiner Kräutergarten. Der Aufbau und die Präsentation im gesamten barrierefreien Museum erfolgten nach den neuesten Erkenntnissen und wurde von den Exkursionsmitgliedern des Wiesentaler Heimatvereins als hervorragend beurteilt.

 

Die höchste natürliche Erhebung Waghäusels bestiegen

Zu einem sonntäglichen Spaziergang lud der Heimatverein Wiesental ein. Beim Wegkreuz am Bellenplatz, dem Treffpunkt, erzählte Gilbert Roth von seinen Kindheits- und Jugenderinnerungen, die er als „Oberdörfler“ von dieser früheren Sandgrube und der dort in unmittelbarer Nähe stehenden „Dreschhalle“ hat.
Beim anschließenden Gang durch Feldflur und Wald erläuterte Peter Hiltwein die Entstehung der Rheinebene und die heutigen Besonderheiten an der Oberfläche, die in der letzten Eiszeit, der Würm-Eiszeit, vor 70000 bis vor 10000 Jahren, entstanden sind. Durch das Gletscherwasser wurde sehr viel Material im Oberrheingraben abgelagert. Wie es schon im Wiesentaler Lied von Bäckermeister Friedrich Martin Gund heißt: “S'liegt uffrä weidä Ebenä / mit mechdich vielem Sond“, gibt es um Wiesental viel Sand, der sich vor 15000 bis 10000 Jahren auch zu Dünen anhäufte, da in den trockenen Wintern der Eiszeit starke Winde über dem im Sommer vom Schmelzwasser angeschwemmten Sand wehten und ihn zusammentrugen.
Deswegen ist die höchste natürliche Erhebung in Waghäusel eine solche Düne. Diese, Schlossbuckel genannte Erhebung, liegt im Wald Richtung Hambrücken. Ob sich an der Stelle, wie mündlich überliefert, eine römische Villa rustika befand, ist nicht nachgewiesen. Die Düne, deren Kuppe sich ca. 110 m über dem Meeresspiegel erhebt, befindet sich nahe dem Gewann Eselsfeld, benannt nach den römischen Eselhufeisen, die hier gefunden wurden. Auch die Nähe der hier verlaufenden ehemaligen Römerstraße von Baden-Baden nach Ladenburg, die zum Ende der Wanderung noch aufgesucht wurde, könnte auf eine römische Besiedlung dieses Buckels hindeuten.